Raritäten
& Kuriositäten Entlang des Schienenstrangs
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Sicherungstechnik im 21.
Jahrtausend!
Auch im Zeitalter von
elektronischen Stellwerken, Steuerung der Züge über Funk oder
Signalisation für 300 km/h schnelle Züge gibt es immer noch Relikte
der Sicherungstechnik aus der Anfangszeit der Eisenbahn.
In Irland wird an einigen Stellen die Zugfolge auf eingleisigen Strecken
per so genanntem "Stabverfahren" gesichert. Soll heißen,
derjenige Fahrdienstleiter, der den Stab bzw. in diesem Fall den Ring
auf seinem Stellwerk hat darf Züge in die eingleisige Strecke ablassen.
Soll ein Richtungswechsel stattfinden wird der Ring einem Zug
mitgegeben. Der Fdl des Nachbarbahnhofs übernimmt diesen dann und darf
nun seinerseits Züge in der umgekehrten Richtung ablassen!
Simpel, aber wirkungsvoll... |

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Zwischen dem 18.07.2001 und Ende
2003 gab es im
Bahnhof Belgershain einen "Negativflügel" zu besichtigen. Nachdem
diese Variante in den letzten Jahren immer mehr verschwunden war (z.B. Lößnitz
unterer Bahnhof, Cranzahl, Königstein) sollte diese nicht ganz signalbuchkonforme Variante
in Belgershain auch nur reichlich zwei Jahre überleben. Im Zuge des
Ausbaus der Strecke Leipzig - Chemnitz für Neigetechnik wurde das Signal
Ende 2003 vollständig entfernt. Zukünftig wird der Zugbetrieb im Bahnhof
Belgershain durch Ks-Signale geregelt.
Eine Liste weiterer Formsignale mit Negativflügel in Deutschland finden Sie hier.
Zur "Farbe" der Signalflügel
beachten Sie bitte auch den letzten Absatz dieser Seite!
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Dreiflügelige Formsignale
sind in Deutschland schon seit vielen Jahren nicht mehr anzutreffen.
Bei
unserem tschechischen Nachbarn gibt es noch einige Exemplare, deren Zahl
aber stetig abnimmt. Hier dient der dritte Flügel allerdings auch nicht
dazu, eine weitere Fahrwegvariante zu signalisieren, sondern als
Vorsignalisation für das folgend (Ausfahr-)Signal.

Einfahrsignale des Bahnhofs Lichkov im Nordosten Tschechiens,
Foto vom
28.7.2001: Markus Lohneisen
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Janovice nad Úhlavou, 28.7.2008
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Eine Haltetafel (So 8) nur
für eine Bahnverwaltung - gibt's nicht ? Gibt's doch und zwar im Bahnhof
Ebersbach (Sachs) am Gleis 1. Die Tafel kennzeichnet den Halteplatz der
an Wochenenden verkehrenden "internationalen Reisezüge"
Rumburk - Ebersbach.
Am 22. April 2001 hat der CD-Triebwagen
810 275-8 als R 6644 seine Fahrt vor der H-Tafel beendet. Bis zum
Empfangsgebäude vorzufahren wäre unnütz, dieses wird von der
deutschen Eisenbahn ohnehin nicht mehr benutzt. |

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Nur noch selten
anzutreffen sind die
Signale für Schiebelokomotiven und Sperrfahrten
(Ts).
An der Einfahrt des Bahnhof Bad Driburg
(KBS 355) existiert noch ein solches. Genutzt wird es für die
rückkehrenden Sperrfahrten aus Richtung Herste. Interessanterweise sind
diese Signale aus dem Signalbuch der Deutschen Reichsbahn (dort als
Sp2/3 bezeichnet) bereits im Jahre 1990 getilgt wurden. Die Einfahrt der
Züge bzw. Sperrfahrten wird hier mittels Hauptsignal bzw. schriftlicher
Weisungen geregelt.

Alle Informationen und Bilder zum
Ts-Signal in Bad Driburg stellte Ralf
Maritschnigg zur Verfügung. Vielen Dank!
Ergänzung vom Oktober 2008: Das Signal wurde im Zusammenhang mit
der Außerbetriebnahme des Bahnhofs Bad Driburg entfernt.
Weitere Signale dieser Bauart sollen noch
in Brügge/W. und Kruft vorhanden sein. |
Ts 2 "Halt für
zurückkehrende
Schiebelokomotiven und Sperrfahrten" |
Ts 3 "Weiterfahrt für
zurückkehrende
Schiebelokomotiven und Sperrfahrten" |
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Das
"sichere Weichenschloss",
gesehen am 6. Oktober 2001 im Bahnhof Amstetten (Württemberg) |
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Am Haltepunkt Weißes Roß der
Schmalspurbahn Radebeul Ost - Radeburg sichert(e) eine Halbschrankenanlage
älterer WSSB-Bauart die Kreuzung mit der Meißner Straße einschließlich
der Straßenbahnlinie nach Weinböhla.
Nicht nur daß ein So 16 ohne die
beiden gelben Lichter verwendet wird, hat dieses Signal aus Richtung
Radeburg noch eine weitere Besonderheit aufzuweisen! Um das Zugpersonal an die
hier immer erforderliche Handeinschaltung der BÜ-Anlage zur erinnern
zeigt das Signal in der Grundstellung ein rotes Licht. Nach erfolgreicher
technischer Sicherung des BÜ's wird dieses rote Licht abgeschaltet und
das weiße Licht des So 16a angeschaltet. Und das schon seit mindestens 40
Jahren!
Nachtrag vom Sommer 2006: Inzwischen wurde
diese BÜ-Sicherungsanlage modernisiert und damit dieses Signalkuriosum
durch "normgerechte" Signale ersetzt.
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Recht selten anzutreffen
ist die Kombination aus Hl-Vorsignal und Richtungsvoranzeiger.
Das hier abgebildete Vorsignal Ve gehört zum Ausfahrsignal E des Bahnhof
Großenstein an der WISMUT-Werkbahnstrecke Kayna - Raitzhain. Diese
Strecke ist nach den Vorschriften der ehemaligen Deutschen Reichsbahn mit Sicherungstechnik aus dem
VEB WSSB ausgestattet.
Der Kennbuchstabe B bezeichnet
die Fahrtrichtung "B"raunichswalde, zum Zeitpunkt der Aufnahme ist dies auch
die einzige Fahrtmöglichkeit, da die abzweigende Strecke Richtung "A"nschlußbahn
Beerwalde inzwischen abgebaut wurde.
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Bf. Unterwellenborn -
Einfahrsignal G aus Richtung Saalfeld. Im Jahr 1996 noch ein
Lichthauptsignal ältester DR-Bauart mit schmalem Hauptsignalschirm und
Signalbegriffen Hp 0 bis Hp 2 sowie Vr 0 bis Vr 2.
Interessanterweise wurde das Signal Ende 1996 durch ein Lichtsignal der
Bundesbahn-Einheitsbauform-1969 ersetzt. Geändert wurde dabei nicht der
Verstoß gegen das Signalbuch, in dem geregelt ist, dass Vorsignale am
Mast des Hauptsignals beim Hauptsignalbegriff Hp 0 dunkelgeschaltet
werden. |

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Zu jedem guten
Zwerghauptsignal gehört ein ebensolche H-Tafel! Gaschwitz, 16. April 2004
Foto: Olaf Ziegler, Markkleeberg |
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Kein gutes Licht auf die
zuständigen Signal-Techniker wirft dieser "neue
Signalbegriff".
Am Einfahrsignal des Bahnhofs Rehau (KBS
858) kommt es bei winterlichen Temperaturen (unter -10°C) zu diesem
zweifelhaften Signalbild. Zirka 30 Sekunden nach Haltstellung des
Signals kommt dann der zweite Flügel auch in seine vorgeschriebene
senkrechte Lage
Die Information und das Foto stammen von
Michael Pelz. Dankeschön! |
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Foto: Thorsten Staeck, Berlin
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"Bauform Holzmast"?
Bahnhof Söllichau an der Strecke
Eilenburg - Bad Schmiedeberg |
| Auf den ersten Blick ein ganz normales Lichtsignal,
entpuppt sich das Einfahrsignal des Bahnhofs Stendal aus Richtung
Salzwedel auf den zweiten
Blick als eine Mischung aus Hl-Signalschirm und Ks-Signalmast. Wie es zu dieser interessanten
Kombination kam ist nicht bekannt.
Die Information und das Foto (aus dem Jahre 2002) stammen von
Kirlian. Dankeschön!
Inzwischen dürfte dieses Signal mit der
Inbetriebnahme des ESTW Stendal im Dezember 2008 verschwunden sein, bzw.
durch ein "echtes" Ks-Signal ersetzt sein.
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"Wer
hat denn hier vergessen das Licht auszumachen?"
Der Güterbahnhof Rostock ist lange stillgelegt, ein Teil der Gleise ist
schon entfernt, der Rest versteckt sich unter hohem Gras, aber die
Lichtsignale versehen noch treu und brav ihren Dienst. Nur die
Hauptrotbirnen waren schon etwas schwach, drei von ihnen haben sich
zugunsten des Ersatzrot verabschiedet.
Welcher Amtsschimmel wohl für diesen Irrsinn verantwortlich ist......?
Nachtrag vom Sommer 2002: Inzwischen ist
hier "besenrein" aufgeräumt und auch die im Hintergrund
befindliche Brücke ist ebenso wie das Stellwerk und die Signale dem
Erdboden gleichgemacht.
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Vergoldete
Signalflügel???
"Jetzt spinnen sie aber völlig"
war auch meine erste Reaktion als ich zum ersten Male davon hörte!
Dann
ließ mir Klaus
Erbeck folgenden Ausschnitt aus der "Sammlung von Erlassen und
Verfügungen über das Sicherungswesen" der Deutschen Reichsbahn aus
dem Jahre 1940 zukommen. Lesen Sie
selbst!

Alles klar?
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Übrigens,
alle hier dargestellten Kuriositäten existier(t)en wirklich so und sind keine
Erfindungen eines kreativen Nutzers der Bildbearbeitung am Computer. Allerdings
wurden teilweise die Signallichter etwas aufgehellt und intensiviert, um die
Besonderheiten dieser Signale deutlich zu zeigen. Aus der niedrigeren
Fotografen-Perspektive sind diese für die Lokführer optimierten Lichtpunkte nicht
so gut erkennbar.
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