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Schweiz - Hippsche Wendescheibe
Als
Formeinfahrsignale wurden in der Schweiz die nach ihrem Erfinder benannten
Hippschen Wendescheiben verwandt. Im Netz der Rhätischen Bahn (1000 mm -
Schmalspurbahn) ist mir noch mindestens 1 existentes Exemplar - das allerdings
außer Betrieb ist - bekannt. Folgende zeitgenössische Beschreibung wurde
unverändert übernommen.
| Die Stationen waren
ursprünglich mit der Hipp'schen Wendescheibe als Einfahrtsignal
ausgerüstet, so genannt nach dem Erfinder Matthias Hipp aus Blaubeuren
(Württemberg). Die Stellung der rot/ weiss gestreiften ovalen
Wendescheibe quer zum Gleis, also für den Lokführer eindeutig
sichtbar, bedeutet "Halt", die Stellung parallel zum Gleis
"Fahrt". Ein Gewicht in der hohlen Signalsäule sorgt für die
Drehbewegung der Signalscheibe, und ein elektrischer Impuls löst sie
aus. Den Strom liefert eine Batterie. Sobald der Beamte den Stellhebel
im Schaltkasten vor dem Stationsbüro für einen Zug auf
"Fahrt" stellt, dreht die Scheibe um 90 Grad, womit die
Einfahrt in die Station frei wird. Geht der Stellhebel auf
"Halt", dreht die Wendescheibe um 270 Grad weiter, womit sie
eine ganze Umdrehung vollzogen hat und Fahrverbot anzeigt. Nach 200
Umdrehungen, entsprechend 200 Zugseinfahrten, muss das Gewicht wieder
hochgezogen werden. Bei der RhB oblag diese Aufgabe den Stations- bzw.
Streckenwärtern, und zwar täglich einmal. 1813 geboren, erlernte Hipp
in seiner Vaterstadt Blaubeuren den Beruf des Uhrmachers. 1834 zog er
nach St. Gallen, später nach St. Aubin am Neuenburgersee. Sein
Interesse als Autodidakt galt vor allem der Elektrotechnik. Außer der
Wendescheibe erfand Hipp mehrere Systeme des elektrischen Telegraphen,
das elektrische Läutewerk, den Geschwindigkeitsmesser, die Bewegung des
Uhrpendels durch elektrische Impulse an Stelle eines Gewichts und viele
andere nützliche Schöpfungen. Hipp, der vielseitige
"schweizerische Edison" kassierte beträchtliche
Erfinderprämien und Provisionen. 1875 verlieh ihm die Philosophische
Fakultät der Universität Zürich den Ehrendoktor für seine Verdienste
um die Elektrotechnik, besonders um die schweizerische Telegraphie. Das
bedeutete ihm als Ausländer mehr als alle Diplome, Medaillen und
Ehrungen. Seine Wendescheiben wurden bei den SBB und vielen Privatbahnen
eingeführt und sind vereinzelt heute noch in Betrieb. |
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Grundriss der genialen Mechanik einer
Hipp'schen Signalanlage. Der Teller mit der Wendescheibe ist in jeder
Position fest verriegelt. Sobald der Elektromagnet E infolge eines
elektrischen Impulses (Stellhebel auf "Fahrt" oder
"Halt") anzieht, ist die Verriegelung aufgehoben und die Wendescheibe
dreht sich aufgrund des Gewichtes in der Signalsäule um 90 oder 270
Grad.
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Mit
der Automatisierung des Bahnbetriebs und mit den höhern Zugsgeschwindigkeiten
genügten die zweibegriffigen Wendescheiben nicht mehr. Sie wurden sukzessive
durch Lichtsignale ersetzt, die den Lokführer auch über Zugsgeschwindigkeit
und nachfolgende Signale informieren. Sie sind in der Automatik des modernen
Zugbetriebs integriert. Im Jahre 1986 wurden bei der RhB die letzten
Wendescheiben durch Lichtsignale abgelöst. Etliche dieser ausgedienten Objekte
fanden private Liebhaber im Unterland. Hoch über dem Dorf Celerina mit Blick
auf den im Tal pulsierenden Verkehr fristet ein solches "Signal im
Ruhestand" ein beschauliches Dasein. Jahrelang konnte man an der
Signalstellung erkennen, ob der Besitzer des Ferienhauses anwesend war. Dass sie
auch diesen bescheidenen Dienst heute nicht mehr erfüllt, soll auf einen
Bubenstreich zurückzuführen sein.
(Quelle: Bahndienst
- Rückblick auf 44 Jahre Bahndienst bei der RhB)
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Weitere
Informationen zur Hippschen
Wendescheibe im Vorbild und Modell finden Sie hier.
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